Fokussieren in der Landschaftsfotografie – Tipps für scharfe Bilder

Wer kennt das nicht, man fotografiert eine perfekte Szene und Zuhause am Rechner stellt man fest, dass das Bild irgendwie nicht so richtig scharf geworden ist, wie man es sich eigentlich erhofft hatte.

In diesem Blogpost beschreibe ich, welche Methoden ich in der Landschaftsfotografie beim Fokussieren einsetze und was es sonst noch so zu beachten gibt, um richtig scharfe Bilder zu bekommen.

Zuerst gehe ich auf die 4 Fokussierungsmethoden ein, die ich am häufigsten verwende.

Methode #1 – Fokus auf unendlich

Bei dieser Methode wähle ich eine Blende zwischen f8 bis f16 und fokussiere auf ein Objekt möglichst weit in der Ferne. Alles was sich ca. 3,5 bis 4 Meter und weiter vor dem Objektiv befindet wird damit messerscharf abgebildet.  

Methode #2 – Fokus auf ein Objekt

Diese Methode eignet sich hervorragend, wenn man ein einzelnes, dominierendes Objekt vor einem Hintergrund hat auf das man die Aufmerksamkeit lenken möchte. Dies kann zum Beispiel ein Baum, ein Haus, eine Person oder sonst was sein. In diesem Fall fokussiert man darauf. Die Wahl der Blende entscheidet dann darüber, ob man das Objekt ggf. vor dem Hintergrund freistellen möchte, dann wählt man eine offene Blende, also f2.8 oder man möchte auch den Hintergrund scharf haben, dann wählt man f11 oder höher.

Methode #3 – Focus-Stacking

Beim Focus-Stacking braucht man zwingender Weise ein Stativ und fotografiert im manuellen Modus, um sicherzustellen, dass die Belichtung über alle Bilder hinweg gleichbleibt. Insgesamt erstellt man 3 Bilder indem man den Fokuspunkt von Bild zu Bild vom Vordergrund, über die Bildmitte und in den Hintergrund verschiebt. Diese Bilderserie lässt sich dann anschließend in Lightroom oder Photoshop zu einem Bild zusammenführt. Focus-Stacking funktioniert nur bei Szenen, in denen sich nichts bzw. nur marginal von Bild zu Bild verändert. Wenn das nicht gegeben ist, dann fällt Focus als Methode flach.

Methode #4 – Fokus auf die Mitte

Manchmal hat man es mit Szenen zu tun, da ist irgendwie alles interessant. Man hat keinen klar definierten Hintergrund in der Ferne, noch fehlt es an einem prägnanten Motiv in der Bildmitte oder im Vordergrund. Typischerweise ist das zum Beispiel der Fall, wenn man in einem dichten Wald fotografiert. In dem Fall fokussiere ich auf irgendetwas in der Bildmitte bei einer Blende von f11, um ein möglichst scharfes Bild zu bekommen. Eventuell kann es im Vordergrund wie auch im Hintergrund leichte Unschärfe geben, aber die wirkt sehr natürlich und wenig störend.

Die Wahl der richtigen Blende

Als nächstes ist es wichtig, dass man sich mit der Funktionsweise der Blende vertraut macht. Stark verallgemeinert kann man sagen, dass je offener/ größer die Blendenöffnung (z. Bsp. F2.8) ist, desto unschärfer wird der Hintergrund hinter dem Objekt dargestellt, auf dem der Fokus liegt. Je geschlossener/ kleiner die Blendenöffnung (f11-f16) ist, desto schärfer wird das Bild von vorne bis hinten. Von Blendenöffnungen kleiner als f16 sollte man in der Regel absehen, da ansonsten durch Lichtbeugung wieder leichte Unschärfe auftreten können. Will man einen ausgeprägten Sonnenstern erhalten, dann kann man hier natürlich eine Außnahme machen und noch kleinere Blendenöffnungen verwenden.

Da sich Objektive bei verschiedenen Blendenöffnungen durchaus unterschiedlich verhalten in Bezug auf die Schärfenebene, macht es absolut Sinn, dass man mal seine Objektive entsprechend testet.

Stativ

Je nach Lichtverhältnis und Belichtungszeit kommt man um den Einsatz eines Statives nicht herum. Ich habe es mir bei Landschaftsaufnahmen angewöhnt immer ein Stativ einzusetzen. Zum einen Hilft es mir ein Verwackeln aus freier Hand auszuschließen und zum anderen hilft es mir dabei in Ruhe die optimale Komposition zu finden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass man den Kameragurt entfernt, wenn man mit einem Stativ fotografiert, da dieser sonst unter Umständen im Wind flattert und somit Kamera und Stativ bewegt. Kameragurte entfernen

Fernauslöser bzw. Timer zum Auslösen verwenden

So vermeidet man ein Verwackeln der Kamera beim Auslösevorgang.

Spiegel bei DSLR vorauslösen oder Live View Modus verwenden

Das Hochklappen des Spiegels sorgt ebenfalls für ganz leichte Erschütterungen, die wiederum in Unschärfe resultieren können. Wer im Live-View Modus fotografiert, der braucht sich darum keine Sorgen zu machen. Wer den Sucher verwendet, der kann im Kameramenü den Spiegel so konfigurieren, dass er bei Belichtung vorauslöst.

Qualität der Linse

Und zu guter Letzt hat natürlich die Qualität der Linse einen ganz erheblichen Anteil auf die Qualität der Bilder und die Schärfe. Wer erwartet, dass er mit einem Kit-Objektiv ähnlich scharfe Aufnahmen macht, wie jemand, der hunderte von Euro in eine Festbrennweite oder ein hochwertiges Zoomobjektiv gesteckt hat, wird natürlich bitter enttäuscht werden. Nicht umsonst heißt es, dass man sich lieber hochwertige Linsen statt immer den neuesten Kamera-Body kaufen sollte.

Ich hoffe dieser Blogpost hat dir ein paar neue Erkenntnisse gebracht. Lass mich gerne wissen, ob ich etwas Wichtiges vergessen habe, bzw. was du noch für Tipps und Tricks für richtige scharfe Landschaftsaufnahmen hast.

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