Land Rover Defender – Das Ende einer Ära

 

Land Rover Series II

Land Rover Series II

Am Freitag, den 29. Januar lief der letzte Land Rover Defender vom Band im Stammwerk in Solihull. Aus der ursprünglichen Idee, ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug zu produzieren, entwickelte sich ein weltweiter Verkaufsschlager mit über 2 Mio. verkauften Fahrzeugen. Die Produktion startete 1948 und in den darauffolgenden 68 Jahren wurde aus dem Chelsea Tractor eine wahre Ikone.

In den letzten Jahrzehnten blieben Form und Technik mehr oder weniger unverändert. Der Defender basiert immer noch auf einem Kastenrahmen wie zu Beginn der Produktion. Einen Airbag, elektronischen Schnick-Schnack und Sicherheitsassistenten sucht man vergeblich. Lediglich elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, ABS und ESP sind in aktuellen Ausstattungsvarianten enthalten. Der permanente Allradantrieb mit sperrbarem Mitteldifferential, eine extreme Achsverschränkung, eine Wattiefe von 50cm und eine hohe Bodenfreiheit machen den Defender zum idealen Fahrzeug für widriges Gelände. Diese Eigenschaften machten den Landy, wie ihn Enthusiasten nennen, weltweit zu einem gefragten Nutzfahrzeug und bescherten Land Rover glänzende Gewinne.

Dass der Defender nicht weiterentwickelt wurde bedeutet nun sein Ende. Aufgrund der strengen Auflagen zum Schutz der Verbraucher, musste Land Rover jetzt reagieren. Ob es der Windwiderstand einer Schrankwand, die hohen Emissionswerte, der fehlende Airbag oder katastrophalen Crash-Test Ergebnisse sind, es mangelt aus Sicht der Hüter aus Brüssel an allen Ecken und Kanten, und damit soll nun Schluss sein – zu unser aller Sicherheit.

Land Rover Series III

Der Beginn einer Leidenschaft

Das erste Auto, das ich als kleiner Junge auf dem Schoß meines Vaters sitzend auf einer großen Wiese steuern durfte, war ein Land Rover Series III. Ich erinnere mich auch an den katastrophal verschneiten Winter 1978/79, als wir Kinder auf Schlitten hinter dem Landy hergezogen wurden. In der Stadt, in der ich aufwuchs, waren zudem jahrzehntelang Engländer stationiert, und der Landy gehörte einfach schon damals zum Stadtbild. Während der Zeit des Kalten Krieges, gab es natürlich auch die großen, freilaufenden Manöver, die auf einen heranwachsenden Jungen natürlich einen besonderen Reiz ausübten. Während dieser Manöver sind Kolonnen an Land Rover Series III an unserem Grundstück vorbeigefahren. Sicherlich sind das die Gründe warum gerade dieses Auto für mich so besonderes ist, und ich seit meiner frühesten Jungend den Wunsch hegte, selber irgendwann einmal einen Defender zu besitzen.

Dass dieses Auto, das mich quasi mein Leben lang begleitet, jetzt nicht mehr gebaut wird, ist schon in gewisser Weise bedauerlich. Tröstlich ist immerhin der Gedanke, dass 75% aller gebauten Defender (angeblich) noch im Einsatz sind.

Der Defender ist tot, es lebe der Defender!

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