Alles Mac oder was?

Seit ungefähr vier Wochen bereitet mir mein MacBook Pro Kopfzerbrechen. Kaum dass die Garantie abgelaufen war, fing er bei der Arbeit an einzufrieren, fand beim Hochfahren nicht mehr das Startvolume und erwachte nicht mehr aus dem Ruhezustand. Anfänglich machte ich mir da noch keine ernsthaften Sorgen, denn man hat ja schließlich einen Mac! Was soll da also schon passieren? Was tut man in so einer Situation? Klar, man repariert mal die Zugriffsrechte der Festplatte. Gesagt getan – nach ca. 8 Minuten hatte ich ein ellenlanges Fehlerprotokoll. Neugierig wie ich bin habe ich das gleich per Copy & Paste in Word übertragen, da waren das dann stolze 89 Seiten! Hätte ich die Rechte zum ersten Mal nach einem Jahr Nutzung repariert, dann wäre das vielleicht eine Erklärung – doch so war es nicht.

Irgendwas stimmt hier offensichtlich nicht. Gut, dass man Time Machine laufen hat, da braucht man sich ja wenigstens keine Sorgen zu machen, wenn das System neu aufgesetzt werden muss. Nachdem die Abstürze dann immer häufiger auftraten und mich massiv in meiner Arbeit behinderten, entschied ich mich, das System neu zu installieren. Zuvor hatte ich natürlich schon x mal den Parameter-Ram gelöscht, den einfachen und ausführlichen Hardwaretest von Apple durchlaufen lassen, die Fehlermeldungen in der Konsole gelesen und Stunden in Foren verbracht, um herauszufinden, was die Ursache des Problems sein könnte. Leider ohne den gewünschten Erfolg.

Dann wollen wir mal: Starten von CD, dann das Time Machine Backup einspielen und weiter geht’s. In der Theorie ist das ganz einfach. Leider stellte sich dann in der Praxis heraus, dass damit das Problem (noch) nicht behoben war. Die Abstürze gingen weiter. Abwechselnd wurde der Parameter-Ram gelöscht, die Zugriffsrechte repariert und von CD gestartet, um das Startvolume erneut zuzuweisen, wenn mal wieder gar nichts ging. Auch der Arbeitsspeicher wurde abwechseln herausgenommen, um sicherzugehen, dass das nicht die Ursache der ganzen Misere ist.

Inzwischen drängte sich mir der Verdacht auf, dass es möglicherweise auch die Festplatte sein könnte. „Ach quatsch! Die gehen nie kaputt.“, höre ich noch einen Kollegen sagen. Während der Mitarbeiter im Apple-Store sagt:“ Ja, das kommt häufiger vor, dass die den Geist aufgeben. Und die Fehler, die Sie beschreiben, sprechen dafür die Festplatte auszutauschen.“. Ein dritter Fachmann war auch der Überzeugung, dass es auf keinen Fall die Platte sei, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Softwareproblem. Also, was tun?

Die Frage war schnell beantwortet. Das MacBook startete mal wieder nicht, und ich war nun wild entschlossen, nicht nur ein Time Machine Backup zu machen, sondern das System komplett neu aufzusetzen. Also startete ich wieder von der CD, öffnete das Festplattendienstprogramm, um die Festplatte erst mal zu formatieren. Doch da ist keine Festplatte mehr. Kann nicht sein, nochmal! Wieder Fehlanzeige. Im Target-Mode über FireWire lässt sich die Platte zwar anklicken aber nicht formatieren.

Nun scheint der Fall klar zu sein, die Platte ist kaputt. Inzwischen ist der 22. Dezember und ich fürchte ernsthaft, dass ich über die Feiertage ohne Rechner unterm Tannenbaum sitzen muss. Also nichts wie in die Stadt, um eine neue Festplatte zu kaufen. Da der Einbau beim Apple-Händler erst nach den Feiertagen hätte vorgenommen werden können, entschied ich mich, das selber zu erledigen. Feinwerkzeug und ein iPhone, um mir ein Tutorial auf YouTube anzuschauen habe ich.

Das Einbauen der Festplatte war wirklich ein Kinderspiel, und ich war frohen Mutes, dass das jetzt die Lösung meiner Probleme darstellte. Das MacBook ließ sich problemlos neu installieren, und so begann ich meine Programme und Daten wieder einzurichten. Alles klappte prima und ohne weitere Abstürze. Weihnachten war gerettet.

Allerdings sollte die Freude nur wenige Tage währen. Als ich den Rechner nach Weihnachten hochfahren will, findet er wieder kein Startvolume. Was soll ich sagen? Das Spiel geht von vorne los. Mal geht er, dann wieder nicht. Hinzu kommt jetzt, dass das System sogar beim Start von CD hängen bleibt. Es folgt eine erneute Installation, dieses Mal ohne Zusatzprogramme wie Office, Firefox, Omnifocus, etc., um auszuschließen, dass es ggf. daran liegt. Doch daran liegt es auch nicht…

Völlig ratlos und mit meinem Latein am Ende, wende ich mich an den Apple-Service, um mir anzuhören, dass ja die Garantie abgelaufen sei und man mir jetzt am Telefon nicht weiterhelfen könne. Aber ich solle doch den Rechner mal zu einem autorisierten Apple-Partner bringen, denn die können mir ganz sicher helfen. Und da die Garantie ja auch erst gerade ausgelaufen sei, würde man mir sicherlich ein Ersatzgerät kostenlos zur Verfügung stellen, sofern ein Hardwaredefekt festgestellt werden könne. Der Fehler müsste lediglich vom Apple-Partner dokumentiert werden. Na bitte, das lässt doch hoffen – also nichts wie hin zum Apple Händler. Der hörte sich an, was ich ihm erzählte und behält das MacBook da, um es auf Herz und Nieren oder sollte ich lieber sagen RAM und Platine zu testen.

Einen Tag später kommt dann der Anruf. Das Gerät könne abgeholt werden, man hat keinen Fehler gefunden. „Wie, keinen Fehler gefunden? Kann ja wohl nicht sein!“. „Doch. Es liegt kein Hardwarefehler vor, das hat der 14-stündige Dauertest gezeigt.“ Was soll ich sagen? Immerhin hat man mir die Kosten in Höhe von 36 Euro für den Check erlassen, und die Odyssee geht weiter.

Was Time Machine betrifft, muss ich sagen, dass ich davon auch nur bedingt überzeugt bin, nachdem mir heute alle Sicherungskopien aus 2010 ohne Ankündigung gelöscht wurden. Bisher habe ich zwar keine Daten verloren, jedenfalls keine, die mir aufgefallen wären, dennoch ist mein Vertrauen diesem System gegenüber getrübt.

Wer mag, der kann Fragmente wie diese Geschichte weitergeht auf Twitter verfolgen bis es hier (vielleicht) eine Fortsetzung gibt.

Tags:

Schreibe einen Kommentar.